Der Deutsche Rekordhalter Samuel Fitwi und die Titelverteidigerin Domenika Mayer gehen als große Favoriten beim Hannover-Marathon am Sonntag an den Start. In das Rennen integriert sind erneut die Deutschen Meisterschaften über die 42,195-Kilometer-Distanz. Aufgrund dieser Konstellation haben sich die Veranstalter in diesem Jahr entschieden, auf ein internationales Elitefeld weitestgehend zu verzichten.
Sensationell hatte Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) im Dezember beim Valencia-Marathon den deutschen Rekord von Amanal Petros (Hannover 96) gebrochen. Der 29-Jährige lief in Spanien 2:04:56 Stunden und war damit zwei Sekunden schneller als Petros 2023 in Berlin. Seit Januar hat sich Samuel Fitwi wieder in Äthiopien nahe der Hauptstadt Addis Abeba drei Monate lang auf den Hannover-Marathon vorbereitet, bei dem er am Sonntag (6. April) um den deutschen Meistertitel läuft.
„Alles ging gut, ich bin gut in Form. Ich habe in der gleichen Gruppe trainiert wie im vergangenen Jahr und hatte eine vergleichbare Trainings-Struktur“, sagte Samuel Fitwi, der aufgrund des späteren Startes um 10 Uhr hofft, dass die vorhergesagten sehr kalten Temperaturen sich nicht ganz so nachteilig bemerkbar machen. Wenn die Wetterbedingungen es zulassen, will Samuel Fitwi versuchen, zwei weitere Rekorde von Amanal Petros zu brechen. Vor einem Jahr hatte Petros in Hannover mit einem Streckenrekord von 2:06:05 Stunden den nationalen Titel gewonnen. Dies ist auch eine Rekordzeit für Deutsche Meisterschaften. „Ich will versuchen, eine Zeit von unter 2:06 Stunden zu erreichen, aber das ist nicht so einfach. Das Rennen von Amanal war stark“, sagte Samuel Fitwi.
Medaillenanwärter: Haftom Welday und Tom Thurley
Mit Haftom Welday (TB Hamburg Eilbeck) ist ein weiterer deutscher Spitzenläufer in Hannover am Start. Er geht mit einer Bestzeit von 2:08:27 Stunden ins Rennen und will versuchen, diese Zeit möglichst deutlich zu unterbieten. Möglicherweise läuft er das Tempo von Samuel Fitwi zunächst mit. Tom Thurley (Potsdamer LC), der sich im vergangen Jahr in Hannover auf 2:14:52 Stunden steigern konnte und damit Vize-Meister wurde, ist die Nummer drei der deutschen Läufer auf der Startliste.
Erwischt einer der deutschen Top Drei einen schlechten Tag, könnten in den Kampf um die Medaillen auch die einstigen Deutschen Meister Lorenz Baum (LAV Stadtwerke Tübingen) und Marcus Schöfisch (lauftraining.com Leipzig) eingreifen. Ihre besten Rennen liegen ebenso bereits eine Weile zurück wie die des Norwegers Weldu Gebretsadik, der mit einer Bestzeit von 2:09:14 Stunden ins Rennen geht. Allerdings stammt dieses Ergebnis aus dem Jahr 2014. 2019 erreichte er zuletzt eine Zeit unter 2:13:00 Stunden.
Domenika Mayer führt starkes DLV-Trio an
Bei den Frauen ist die Titelverteidigerin Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) die große Favoritin. Vor einem Jahr gewann sie in Hannover mit 2:23:50 Stunden, stellte damit einen Streckenrekord auf und verpasste ihr persönliche Bestzeit um lediglich drei Sekunden. Bei der Pressekonferenz hielt sie sich mit Zeit-Prognosen zurück. „Meine Vorbereitung war zunächst etwas durchwachsen, aber zuletzt konnte ich gut trainieren. Ich hoffe, dass ich am Sonntag in einen guten Rhythmus komme“, sagte Domenika Mayer. Sie trifft unter anderen auf Laura Hottenrott (PSV Grün-Weiß Kassel), die 2023 mit einer deutlichen Steigerung auf 2:24:32 Stunden in Valencia (Spanien) überrascht hatte.
Ihren ersten Marathon seit Houston (USA) im Januar 2024 läuft Deborah Schöneborn (SCC Berlin Marathon-Team). In den USA hatte sie sich auf 2:24:54 Stunden verbessert, danach jedoch laborierte die Berlinerin lange Zeit an Fuß-Problemen. „Ich habe die Probleme jetzt im Griff und konnte auch wieder bessere Umfänge trainieren als im vergangenen Jahr“, sagte Deborah Schöneborn, die zunächst ein solides Rennen und eine Zeit unter 2:30:00 Stunden laufen möchte.
Das NDR-Fernsehen überträgt am Sonntag ab 9:45 Uhr den ADAC Marathon Hannover live, einen Livestream finden Sie darüber hinaus auch hier auf ndr.de. Zu den Live-Ergebnissen mit Leader-Board gelangen Sie hier.
Eliteläufer mit persönlichen Bestzeiten
Männer
Samuel Fitwi | Silvesterlauf Trier | 2:04:56 h
Haftom Welday | TB Hamburg Eilbeck | 2:08:27 h
Weldu Gebretsadik | NOR | 2:09:14 h
David Rono | KEN | 2:11:58 h
Silas Kurui | KEN | 2:12:23 h
Tom Thurley | Potsdamer LC | 2:14:52 h
Marcus Schöfisch | lauftraining.com Leipzig | 2:15:05 h
Lorenz Baum | LAV Stadtwerke Tübingen | 2:15:57 h
Frauen
Domenika Mayer | LG Telis Finanz Regensburg | 2:23:47 h
Laura Hottenrott | PSV Grün-Weiß Kassel | 2:24:32 h
Deborah Schöneborn | Marathon Team / SCC Berlin | 2:24:54 h
Lisa Huwatscheck | Hannover 96 | 2:33:23 h
Johanna Bäcklund | SWE | 2:35:10 h
Lisa Fuchs | VfL Sindelfingen | 2:35:22 h
Nancy Rutto | KEN | Debüt