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12.08.2013 | WM 2013 | Silke Bernhart

Raphael Holzdeppe holt Stabhochsprung-Gold

Was f├╝r eine abgebr├╝hte Vorstellung von Raphael Holzdeppe: Mit einer blitzsauberen Serie bis einschlie├člich 5,89 Meter ist der 23 Jahre alte Stabhochspringer vom LAZ Zweibr├╝cken bei den Weltmeisterschaften in Moskau (Russland) zu Gold geflogen. Erst dahinter kam der gro├če Favorit Renaud Lavillenie (Frankreich; 5,89 m) ein. Bj├Ârn Otto (ASV K├Âln; 5,82 m) feierte mit Bronze die n├Ąchste internationale Medaille. Malte Mohr (TV Wattenscheid 01; 5,82 m) wurde F├╝nfter.

Raphael Holzdeppe ist der erste deutsche Stabhochsprung-Weltmeister (Foto: Chai)


Es war das dritte Mal in der Geschichte der Weltmeisterschaften und das erste Mal seit 2007, dass wieder drei deutsche Stabhochspringer im Finale standen. 2007 schaffte es ein DLV-Athlet aufs Podest: Danny Ecker holte mit 5,85 Metern Bronze ÔÇô bis dato die einzige WM-Medaille f├╝r die starken deutschen Stabartisten. Jetzt ist das erste Stabhochsprung-Gold f├╝r Deutschland hinzugekommen.

Raphael Holzdeppe pr├Ąsentierte sich ganz cool. Wie Lavillenie und der US-Amerikaner Brad Walker lie├č er die Einstiegsh├Âhe aus, flog mit viel Luft ├╝ber 5,65 Meter und legte den Stab dann gleich wieder beiseite. Das n├Ąchste Mal nahm er wieder bei 5,82 Metern Anlauf, dann griff er bei 5,89 Metern zum Stab ÔÇô und flog jeweils auf Anhieb dr├╝ber.

Favorit verunsichert

Diese blitzsaubere Vorstellung seines Kontrahenten ging an Olympiasieger Renaud Lavillenie nicht spurlos vor├╝ber. Er hatte exakt dieselbe Marschroute gew├Ąhlt wie Holzdeppe, brauchte aber f├╝r jede H├Âhe mindestens zwei Versuche. Als auch er wie der Zweibr├╝cker bei 5,96 Metern dreimal riss, war der Jubel im deutschen Lager gro├č.

Auch wenn alle drei deutschen Stabhochspringer als Einzelk├Ąmpfer angereist waren: Die Goldmedaille kr├Ânte eine starke Teamleistung. Bj├Ârn Otto musste nur bei 5,75 Metern zweimal Anlauf nehmen. Damit hielt er den US-Amerikaner Brad Walker in Schach, der ebenfalls im ersten Versuch 5,82 Meter ├╝berquerte, sich zuvor aber einen Fehlversuch mehr geleistet hatte. Malte Mohr war der f├╝nfte 5,82-Meter-Springer im Feld, schaffte die H├Âhe aber erst im dritten Versuch.


STIMMEN ZUM WETTKAMPF:

Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibr├╝cken)
Das Einspringen verlief noch katastrophal. Aber ich habe mich trotzdem gut gef├╝hlt, wusste, es stimmt alles, ich muss das Ding nur so machen, wie ich es gewohnt bin. Bei Renauds drittem Versuch ├╝ber 5,96 Meter konnte ich nicht sitzenbleiben. Da war ich so auf Spannung. Ich wusste: Wenn er dr├╝ber springt, bin ich Zweiter, wenn nicht, habe ich Gold. Er ist in diesem Jahr oft 5,95 Meter und h├Âher gesprungen, daher war eigentlich damit zu rechnen, dass er doch irgendwie dr├╝ber kommt. Als er dann gerissen hat, wollte ich einfach nur noch losrennen. Das i-T├╝pfelchen w├Ąren die sechs Meter gewesen. Aber es war eine Meisterschaft, und ich habe gewonnen, insofern h├Ątte es nicht besser laufen k├Ânnen.

Bj├Ârn Otto (ASV K├Âln)
Es war ein bisschen mehr drin heute, ich habe mit Sicherheit nicht das gezeigt, was ich zeigen kann. Es gab da unten mehrere Probleme, die den Ablauf betrafen. Die andere Anlage w├Ąre sicher f├╝r alle stressfreier gewesen. Warum man die nicht gew├Ąhlt hat, wei├č ich nicht. Aber Raphael hat ja gezeigt, dass es geht. Insofern muss ich zufrieden sein. Aber gut, es ist, wie es ist. Der Plan war eine Medaille, und der ist ausgegangen. Dementsprechend m├╝ssen wir das heute auch feiern.

Malte Mohr (TV Wattenscheid 01):
Im Prinzip waren das die Erwartungen. Ich wusste, dass ich durch Verletzungen nicht die Sichheit hatte im Vorfeld. Es lief trotzdem ganz gut und ich habe mir ein bisschen mehr erhofft. Die 89 h├Ątte ich noch springen k├Ânnen. Ich hatte noch ein paar St├Ąbe, die ich h├Ątte wechseln k├Ânnen. Wenn ich im Vorfeld mehr Wettk├Ąmpfe gehabt h├Ątte, w├Ąre es mit Sicherheit anders ausgegangen. Wenn man so nah an einer Medaille ist, ist ein f├╝nfter Platz entt├Ąuschend. Ich g├Ânne den anderen den Erfolg. Gerade nach dem Wettkampf ist es aber schwer, sich mitzufreuen. Ich muss gucken, dass ich gesund durch die Saison komme, dann bin ich auch in der Lage, bei Meisterschaften besser abzuschneiden.


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