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12.08.2013 | WM 2013 | Silke Bernhart

Trauriger Schirrmeister: WM nur als Zuschauer

Die WM in Moskau (Russland) war für Silvio Schirrmeister am Montag beendet, bevor sie begonnen hatte. Beim Aufwärmen für den Vorlauf über 400 Meter Hürden verspürte der Chemnitzer einen Schlag in die Wade. Dann ging gar nichts mehr. Für ihn sei eine Welt zusammengebrochen, sagte er wenig später.

Silvio Schirrmeister wird weiterkämpfen (Foto: Chai)


Anstatt sich auf das WM-Halbfinale vorzubereiten, das mit einem guten Vorlauf allemal drin gewesen wäre, humpelte Silvio Schirrmeister am Montagmittag mit einem Kompressionsstrumpf durchs DLV-Mannschaftshotel. „Ich bin extrem traurig und wirklich deprimiert“, gestand er. „Aber es ist eine Situation, in der ich mir keinen Vorwurf machen kann.“

Passiert sei es beim Einlaufen, bei einer etwas intensiveren Steigerung von 70 Prozent Geschwindigkeit. Da verspürte er einen Schlag in die Wade. Zunächst dachte er, es sei ein Krampf, dann musste er feststellen: Sobald er Spannung im Vorfuß aufbaut, geht nichts mehr. Hürden-Bundestrainer Volker Beck informierte sofort das medizinische Team, das sogleich zur Stelle war.

Zum Finale ins Stadion

Dr. Knud Leonhard, einer von drei DLV-Mannschaftsärzten, kümmerte sich um die Erstversorgung. „Er hat gesagt, er gibt mir erstmal eine Spritze. Und ich habe gefragt, ob ich dann laufen kann. Er hat mit dem Kopf geschüttelt“, erinnert sich Silvio Schirrmeister. „Da ist eine Welt zusammengebrochen.“

Für eine genaue Prognose sind weitere Untersuchungen notwendig. Fest steht: Es ist irgendwas kaputt in der Muskelstruktur. Besonders ärgerlich für den Deutschen Meister: Er war extrem gut drauf. „Die 48 wäre gefallen“, sagte Silvio Schirrmeister. Jetzt gilt es, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. „Ich hatte bisher eine super Saison. Aber es ist schwer, nicht in ein mentales Loch zu fallen.“

Auch wenn es weh tut: Das Finale über 400 Meter Hürden will sich Silvio Schirrmeister am Donnerstag im Stadion angucken. Dann wird er versuchen, den Blick voraus zu richten auf das nächste große Ziel: die Olympischen Spiele in Rio (Brasilien) 2016. „Das Niveau, das ich mir erarbeitet habe, ist ja noch da“, sagt er. Und dann blitzte doch wieder der Kampfgeist auf. Eine Zeit von 48,50 Sekunden, die wolle er angreifen. Und die reichte bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften für eine Medaille.


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