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31.10.2010 | Aktuell | Nico Elsäßer

Rekordfestival krönt Frankfurt-Marathon

Der 29. Frankfurt-Marathon hat am Sonntag alle Erwartungen übertroffen und wird mit zwei absoluten Spitzenzeiten auch international für Schlagzeilen sorgen. Bei den Männern pulverisierte der 28 Jahre alte Kenianer Wilson Kiprotich Kipsang in 2:04:57 Stunden den alten Streckenrekord um 1:17 Minuten und ist nun die Nummer acht in der ewigen Weltbestenliste. Auch Frauensiegerin Caroline Kilel (Kenia) stand dem in Streckenrekordzeit von 2:23:25 Stunden in nichts nach.

Wilson Kipsang blieb unter 2:05 Stunden (Foto: Sailer)


Vom Startschuss weg, machten die Top-Läufer deutlich, dass sie die perfekten äußeren Bedingungen nutzen wollten. Alle Zwischenzeiten deuteten auf eine Verbesserung des Streckenrekordes hin, den erst im Vorjahr der Kenianer Gilbert Kirwa mit 2:06:14 Stunden aufgestellt hatte. Die Halbmarathon-Marke wurde in 1:02:38 Stunden zurückgelegt.

Je näher es in Richtung Ziel ging, desto kleiner wurde die Spitzengruppe, Tempomacher um Tempomacher stieg mit getaner Arbeit aus. Bei Kilometer 35 waren es dann nur noch die beiden Top-Favoriten Wilson Kiprotich Kipsang und Tadesse Tola, die den Sieg unter sich ausmachten. Wieder einmal hieß es Kenia gegen Äthiopien - allerdings nicht lange.

Wilson Kiprotich Kipsang forciert

Das Beisammensein der beiden Konkurrenten hielt nämlich nur zwei Kilometer. Dann forcierte Wilson Kiprotich Kipsang. Mit langem, raumgreifendem Schritt legte der kenianische Schlacks scheinbar spielend leicht einige Meter zwischen sich und Tadesse Tola und stürmte als Solist in Richtung Frankfurter Festhalle.

Dort angekommen, nahm sich der 28-Jährige keine Zeit zum Jubeln, ganz im Gegenteil. Der Kenianer setzte nochmals zu einem Sprint an, eine Zeit unter 2:05 Stunden schien möglich - und sie wurde Realität. Nach 2:04:57 Stunden stoppte die Uhr für Wilson Kiprotich Kipsang. Damit verbesserte der Vierte der Halbmarathon-WM des Jahres 2009 den Streckenrekord um satte 1:17 Minuten und seine eigene Bestzeit um 2:16 Minuten.

Die neue Nummer acht

Für den Kenianer war es nach dem dritten Platz beim Paris-Marathon (Frankreich) im April erst der zweite Start über die 42,195 Kilometer, was selbst Dieter Baumann staunen ließ. "Das wird der kommende Mann im Marathon sein. Ich traue ihm durchaus auch den Weltrekord zu", sagte der Olympiasieger von 1992. Noch fehlen dem 28-Jährigen 58 Sekunden zum Weltrekord von Haile Gebrselassie (Äthiopien). Damit ist er die Nummer acht in der ewigen Bestenliste.

Auch finanziell zahlt sich der Sieg für Wilson Kiprotich Kipsang aus. 15.000 Euro erhält er für den Sieg, 5.000 Euro für den Streckenrekord und weitere 75.000 Euro für eine Zeit unter 2:06 Stunden. Zugleich war es der neunte Sieg eines Kenianers in der Main-Metropole in Folge.

Tadesse Tola Zweiter

Rang zwei mit einer Zeit von 2:06:31 Stunden ging an Tadesse Tola. Der Äthiopier, der am Sonntag seinen 23. Geburtstag feierte, hatte dem Schlussspurt des Kenianers nichts entgegen zu setzen und musste sich nach dem Sieg beim Paris-Marathon im April dieses Mal mit dem zweiten Platz zufrieden geben.

Dritter wurde der Kenianer Elias Chelimo (2:07:04 h). Insgesamt zehn Läufer blieben unter 2:10 Stunden. Wenig erfreulich verlief das Rennen für die deutschen Top-Läufer. Tobias Sauter (SG Spergau) gab nach etwa der Hälfte des Rennens auf. Vereinskamerad Falk Cierpinski lag lange Zeit auf Kurs deutsche Jahresbestzeit, bekam dann jedoch wieder Seitenstechen und fand sich am Ende in 2:20:43 Stunden auf Rang 31 wieder (Mehr).

Caroline Kilel lief Bestzeit und Streckenrekord (Foto: Sailer)


Caroline Kilel mit Streckenrekord


Ein wahres Feuerwerk brannten auch die Top-Frauen ab. Schon nach zwölf Kilometern setzte sich mit Dire Tune, Caroline Kilel und Agnes Kiprop ein Trio ab, das bis zum Ziel das Renngeschehen bestimmte. Am Ende sollten alle drei deutlich unter dem Streckenrekord von Alevtina Biktimirova bleiben. Die Russin war 2005 eine Zeit von 2:25:12 Stunden gelaufen. Seit Sonntag 12:23 Uhr ist diese Zeit jedoch Geschichte.

Caroline Kilel erreichte nach 2:23:25 Stunden das Ziel in der Frankfurter Festhalle und steigerte ihre Bestzeit um 1:59 Minuten. Nur kurz dahinter folgte Dire Tune. Die Äthiopierin, die vor zwei Wochen Silber bei der Halbmarathon-WM gewonnen hatte, lief 2:23:44 Stunden und damit ebenfalls Bestzeit, genau wie die Dritte, Agnes Kiprop (Kenia), die in 2:24:07 Stunden nicht weit zurück lag.

Neben zwei Streckenrekorden durften sich die Organisatoren mit 22.165 Teilnehmern, davon 12.475 im Marathon, auch über einen neuen Teilnehmerrekord freuen.

Die Top-Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik...

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